Online seit 23.02.2012 0:00
Wärme lässt Strassen bersten
Verkehr. Tagsüber sind die Temperaturen im Plus, in der Nacht sinkt das Thermometer in den Minusbereich. Es entstehen Schlaglöcher, die eine grosse Gefahr für die Verkehrsteilnehmer sind.
Pascal Münger

Der momentane Temperaturanstieg tut den Strassen im Bezirk Horgen nicht gut. Weil die Temperaturen tagsüber im Plusbereich liegen, kann Schmelzwasser in allfällige Ritzen des Strassenbelags eindringen. In den kalten Nächten gefriert dieses Wasser wieder und kann den Deckbelag sprengen.

Vor allem auf sanierungsbedürftigen Strecken entstehen solche heimtückischen Schlaglöcher. Gefährlich ist das besonders für Velofahrer und Töfffahrer, die parallel zu den steigenden Temperaturen wieder vermehrt auf den Strassen unterwegs sein werden.

Risse provisorisch füllen

Anton Gassmann, Vorarbeiter des Unterhaltsbezirks 5 des kantonalen Tiefbauamts, ist für den Unterhalt der Kantonsstrassen im Bezirk Horgen zuständig.

In diesen Tagen hat er alle Hände voll zu tun. «Risse sind bereits entstanden auf der Verbindungsstrasse zwischen Schönenberg und Hirzel», sagt er. Auch die Schönenbergstrasse von Wädenswil nach Schönenberg müsse momentan provisorisch aufgebessert werden. Die Seestrasse und die Sihltalstrasse hingegen machen weniger Probleme.

Weil man in diesen Wochen noch nicht mit konstant warmen Temperaturen rechnen kann, muss Gassmann die neu entstandenen Schlaglöcher mit einem sogenannten Kaltbelag füllen. Erst im Frühling können die jeweiligen Strassenabschnitte dann neu asphaltiert werden.

Belagsaufbruch in Adliswil

Auch auf Gemeindestrassen tritt das Phänomen auf. In Adliswil beispielsweise beschäftigt den stellvertretenden Leiter Unterhalt Tiefbau, Harry Geering, ein Belagsaufbruch an der Leimbachstrasse oberhalb des Bahnhofs Sood-Oberleimbach. Bereits heute Donnerstag muss er die Risse provisorisch füllen, weil sonst Schäden an Fahrzeugen entstehen könnten.

Schäden auf der A3

In Horgen wiederum macht den Verantwortlichen ein Strassenabschnitt zu schaffen, der bereits bestens bekannt ist für seine Schlaglöcher: die Glärnischstrasse zwischen dem Restaurant Glärnischhof und der Bergwerkstrasse.

Laut Christian Schütz, Leiter des Strasseninspektorats in Horgen, wird der Streckenabschnitt in den kommenden Monaten komplett saniert. Durch den Rollverkehr dürften die vorhandenen Schlaglöcher bis zum Sanierungsstart aber nochmals an Grösse dazugewinnen.

Auch auf der Autobahn A3, die durch den Bezirk Horgen führt, können die momentanen Temperaturschwankungen um den Gefrierpunkt für Schlaglöcher sorgen.

«Unsere Leute sind mehrmals in der Woche auf dieser Strecke unterwegs und beheben die entstandenen Schäden», sagt Thomas Maag, Mediensprecher der kantonalen Baudirektion, welche im Auftrag des Bundesamtes für Strassen (Astra) die A3 unterhält.

Anfällig für Schlaglöcher sei vor allem der alte Autobahnbelag zwischen Horgen und Richterswil. In den kommenden Jahren soll dieser Abschnitt saniert werden.